Neubau Hans-Lebrecht-Schule, Ulm

Maßvoll eingefügt – Lebrecht-Villa und Hans-Lebrecht-Schule - ein Ensemble

Die Lebrecht-Villa soll ihre bauliche Dominanz dabei wahren, die neue Schule entwickeln wir unterhalb der Traufhöhe der bestehenden Villa, so unser städtebauliches Ziel. Maximal drei Geschosse und dabei maximal zwei Klassengeschosse, so unsere funktionale Überzeugung. Keine Geländeaufschüttungen bei maximalem Erhalt der bestehenden Wege, so unser topografischer Anspruch. Barrierefreie Zugänglichkeit vom Garten und von der Steinhövelstraße, eine Selbstverständlichkeit!

Der L-förmige Baukörper umschließt mit respektvollem Abstand das offene Ende der Lebrecht-Villa, bietet hier einen angemessenen baulichen Abschluss und vermittelt ganz unprätentiös zum Gebäude Krankenhausweg 5.
Mit dem von Osten kommenden, bestehenden Weg entlang der Lebrecht-Villa definieren wir die Gebäudeflucht im Gartengeschoss und führen ihn genau auf den Eingang der Kinder- und Jugendpsychiatrie weiter. Die Wegstrecke am Neubau begleiten wir mit einer Überdeckung, hier kragen die beiden Klassengeschosse über den Weg und bieten Schutz, symbolisch und ganz praktisch: am Hauszugang und gleichzeitig als überdeckter Außenbereich. Auf dem Basisgeschoss siedeln der Verwaltungs- und Lehrerbereich mit dem dazugehörenden Lehr- und Lernmittelraum. Mitten drin die maßstäbliche Aula die sich in die Gebäudefuge zwischen Bestand und Neubau öffnet und gleichzeitig durch ein großes Oberlicht belichtet wird, seitlich angelehnt die offene, einläufige Treppe.
Die beiden Klassengeschosse sind klar, kompakt und übersichtlich organisiert. Alle Klassenräume Richtung Süden und Westen, die vier Gruppenräume sinnvoll dazwischen, Ausblick zur historischen Villa im Flur. Alle Klassen- und Gruppenräume sind durch Türen entlang der Fensterfront direkt miteinander verbunden. Neben der optimalen Schülerbetreuung gewährleisten wir dadurch in Verbindung mit der zusätzlichen Treppe den zweiten bauliche Rettungsweg auf einfache Weise mit direktem Ausgang ins Freie im Zwischengeschoss. In der oberen der beiden Klassenebenen, auf Ebene der Steinhövelstraße definieren wir zwischen Bestandsgebäude und Neubau einen Eingangshof der auch hier die barrierefreie Zugänglichkeit gewährleistet. Über eine Außentreppe verbinden wir hier über die Zwischenebene den Eingangshof mit der Gartenebene.
Konstruktion und Materialwahl folgen der konzeptionellen Klarheit. Innen ganz pur, farbig lasierter Sichtbeton, außen Ziegel im schmalen Riegelformat, klare, einfache Details garantiert!

Bauherr:

Stadt Ulm
Hauptabteilung Zentrales Gebäudemanagement
Schwamberger Straße 1
89073 Ulm

Nutzfläche:

804 m³

Umbauter Raum:

3.841 m³

Leistungsphasen:

1 - 8

Tragwerk:

statix³ GmbH, Leipheim

HLS:

IB Keppler + Kähn GmbH, Ulm

E:

IB Conplaning, Neu-Ulm

Brandschutz:

IB mhd Brandschutz - Ingenieurpartnerschaft, Ulm

Freianlagen:

silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten, Ulm

Fertigstellung:

2016

Fotos:

Conné van d'Grachten, Ulm

Team:

Peter Fink
Kathrin Maier
Günter Perl

Objektadresse: