2. Preis

Wettbewerb Neubau Dreifeldhalle Erbach

Klares Haus, weiche Landschaft
Die Qualität der Wegeverbindung von der Donaustetter Straße zum Schulzentrum bekommt unsere
besondere Aufmerksamkeit, ein breites Landschaftsband entlang der Halle, Landschaft und Halle
erlebbar verbunden und der Weg mit Ruhezonen und Aufenthaltsqualität sind unserer Ziele.
Hallenausrichtung, Hallenposition und Hallenbreite resultieren ganz selbstverständlich aus diesem
Ziel. Die Bohrpfahlwand an der westlichen Grenze, die Außenwand, der Geräteraum, die Halle selbst,
die feste Tribüne und der Weg dorthin – mit Blickbeziehung nach draußen - schmäler geht's nicht.
Auf der Eingangsebene siedelt das Foyer mit Küche und allen erforderlichen Nebenräumen und der
teilbare Multifunktionsraum mit 5,5m Höhe, beide durch die mobile Trennwand zu einer großen
nutzbaren Gesamtfläche koppelbar, Flexibilität pur. Die Sichtverbindung vom dieser großen
Veranstaltungsfläche zu der in das Gelände eingesenkten Sporthalle verspricht ganz besondere
Qualitäten bei zukünftigen Sportevents.
Treppe, Küche und Nebenräume in einer in die Halle eingestellten Box, die sich Richtung Süden
abbildet und hervorsteht und sich Richtung Westen zu einem Portal verlängert. Hier positionieren wir
die Fahrräder, geschützt, überdeckt und nahe am Eingang. Die Anlieferung am anderen Ende der
Box, separiert, klar getrennt, erschlossen vom Parkplatz, funktionale Konfliktfreiheit.
Alle weiteren Räume siedeln im Untergeschoss, im Osten Geräteräume, Regie und Technik, im Süden
Umkleiden, Technik und weitere Nebenräume und im Westen der breite Erschließungsweg zu den
drei Hallenteilen, natürlich belichtet über ein schmales, begehbares Glasband in der Decke.
Die Technikflächen konzipieren wir exakt nach Vorgaben, somit lässt sich das bereits simulierte
Energiekonzept ohne Weiteres umsetzen.
Die Eingänge garantieren eine klare Sortierung der Funktionsbereiche. Die Vereinssportler gelangen
bei Bedarf ohne Inanspruchnahme der Veranstaltungsebene bereits im Windfang in die Hallenebene,
hier positionieren wir auch den Aufzug. Die Schüler gelangen über ein baulich freigestelltes
Treppenhaus im Norden in die Halle, was gleichzeitig die neue Freitreppe fasst. Über diese zwei
Treppenhäuser gelingt die Entfluchtung beider Nutzungsebenen.
Als Hallendach schlagen wir eine Sheddach-Konstruktion vor, in jedem Hallenteil zwei
Oberlichtbänder mit Nordlicht über die gesamte Hallenbreite, auf den südgeneigten, geschlossenen
Dachflächen eine vollflächige Photovoltaikanlage. Stahlfachwerkträger mit einer Bauhöhe von ca.
2,5m in der leicht gekippten Verglasungsebene überspannen stützenfrei die gesamte Hallenbreite mit
Tribüne und garantieren ein wirtschaftliches Tragwerk. Die Fassadenverkleidung als feines Kupfer-
Kantblech, die Wände im Inneren in Sichtbeton, Prallwände in Hallenebene in akustisch wirksamer
Holzverkleidung, der Hallenboden im Idealfall ebenfalls in Holz.
Den Weg zwischen Bushaltestelle und Schule begleiten wir mit einer strengen Baumreihe auf der
Seite der Haltestelle und der Halle, Außenbeleuchtung und Sitzgelegenheiten folgen dieser Strenge.
Hin zur größtenteils unbebauten Nachbarschaft wechseln wir zu einer lockeren und weichen
Baumstellung, eine Wegeverbindung mit hoher freiräumlicher Qualität.

2. Preis

Auslober:

Stadt Erbach

Wettbewerbsart:

EU-weiter Planungswettbewerb gemäß VgV mit integrierter Mehrfachbeauftragung

Jahr:

2019

Team:

Peter Fink
Philipp Fink